„Iftar an der Uni Köln geht in die zweite Runde: MoscheeForum verteilt im Ramadan 2026 täglich hunderte Mahlzeiten“
Auch im Ramadan 2026 hat das MoscheeForum gemeinsam mit Ihsan e.V. die Iftar-Aktion an der Universität zu Köln umgesetzt – nach der ersten Bewilligung und erfolgreichen Durchführung im Jahr 2025 nun erneut. In diesem Jahr fand die Ausgabe im Philosophikum statt und damit an einem zentralen Ort des Hochschulalltags. Unter dem Motto „Ramadan–Moschee–Leben“ stand die Aktion für ein schlichtes, aber starkes Prinzip: teilen, begegnen, Verantwortung übernehmen – mitten in einer Stadtgesellschaft, in der Vielfalt Alltag ist.
Zahlen & Umfang:
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- Aktionszeitraum: 19.02.-19.03.2026 – 29 Tage
- Ausgegebene Mahlzeiten gesamt: 17.800
- Durchschnitt pro Tag: 614
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Ramadan in der Prüfungszeit: Unterstützung, die ankommt
Der Ramadan 2026 fiel in eine Phase, in der an vielen Fakultäten Prüfungen, Abgaben und lange Bibliothekstage den Alltag prägen. Genau hier setzte die Aktion an: mit einer verlässlichen Iftar-Ausgabe, die Studierenden und Beschäftigten am frühen Abend eine konkrete Entlastung bot – unabhängig davon, ob sie fasten oder nicht.

Positive Resonanz – Begegnung über Religionsgrenzen hinweg
Die Rückmeldungen aus der Universität waren durchweg positiv. Zahlreiche Studierende sowie Dozentinnen und Dozenten – darunter auch viele Nichtmuslime – nahmen das Angebot wahr. Viele beschrieben die Aktion als wertschätzende Geste und als sichtbares Zeichen dafür, dass religiös motiviertes Engagement offen, inklusiv und gesellschaftlich anschlussfähig sein kann. Nicht selten entstanden kurze Gespräche zwischen Menschen, die sich sonst im Hochschulalltag kaum begegnen: am Ausgabepunkt, im Vorbeigehen, zwischen Seminarraum und Bibliothek.

Verlässlich organisiert: frisch, hygienisch und klar strukturiert
Die Mahlzeiten wurden täglich frisch zubereitet, einzeln portioniert, abgepackt und vakuumiert. Damit war eine hygienisch sehr saubere, sichere und gut organisierte Ausgabe möglich – mit klaren Abläufen und hoher Verlässlichkeit im täglichen Betrieb. So konnte die Aktion auch bei hohem Andrang professionell umgesetzt werden und blieb zugleich das, was sie sein sollte: ein niedrigschwelliger Moment der Gemeinschaft.

Stimmen zur Aktion
Murat Şahinarslan, Direktor MoscheeForum:
„Ramadan ist eine Zeit, in der Menschen näher zusammenrücken – und zwar nicht nur innerhalb der eigenen Gemeinschaft, sondern dort, wo unser gemeinsames Leben stattfindet: in Bildungseinrichtungen, auf öffentlichen Wegen, mitten in der Stadt. Unser Motto ‚Ramadan–Moschee–Leben‘ bringt genau das auf den Punkt: Ramadan ist nicht nur eine spirituelle Zeit im Inneren der Gemeinde – er wirkt nach außen, in den Alltag, in die Stadt. Die Moschee ist dabei nicht nur ein Gebetsort, sondern auch ein Ort der Orientierung, der Verantwortung und der Begegnung. Für uns ist dieses Motto deshalb nicht nur eine Überschrift, sondern ein Anspruch: Ramadan soll in die Mitte des Alltags hineinwirken.
Die Iftar-Aktion im Philosophikum hat gezeigt, dass eine Moscheeinitiative Brücken bauen kann, ohne zu unterscheiden: Wer da ist, wird willkommen geheißen. Das ist die Aufgabe des MoscheeForums: Wir verstehen uns als Plattform, die die Werte unseres Glaubens in die Gesellschaft übersetzt – durch Dialog, Bildung und praktische Hilfe. Unsere Philosophie ist, dass Zugehörigkeit nicht eingefordert, sondern gelebt wird: mit Respekt, Verlässlichkeit, gegenseitiger Fürsorge und einer offenen Haltung gegenüber allen Menschen. Wenn Studierende und Dozenten – auch Nichtmuslime – sagen, dass sie sich gesehen und ernst genommen fühlen, dann hat diese Aktion ihren Kern erreicht. Genau das ist für uns ‚Leben‘: gelebte Nähe, gelebte Verantwortung, gelebte Gemeinschaft – mitten in Köln.
Besonders berührt hat mich, dass uns am Ausgabepunkt Menschen – teils auch Nichtmuslime – gefragt haben: ‚Wo kann ich dafür spenden?‘ Das zeigt, dass eine Geste der Solidarität Herzen erreicht. In unserer Tradition hat das Iftar-Angebot einen besonderen Stellenwert: Es ist eine Gabe ohne Gegenleistung, aus aufrichtiger Absicht – ein Hayır, das Gemeinschaft stiftet.“

Ramazan Ilikkan, DITIB-Bundesvorsitzender:
„‚Ramadan–Moschee–Leben‘ ist für uns mehr als ein Motto – es ist eine innere Haltung. Der Ramadan ist eine Schule des Herzens: Er lehrt uns, das Ego zu zügeln und das Innere zu reinigen, damit Barmherzigkeit nach außen sichtbar wird. In der sunnitischen Tradition ist das Fasten nicht nur Verzicht, sondern eine Erziehung zu Mitgefühl, Geduld und Dienst am Menschen. Aus dem Verzicht wächst Großzügigkeit; aus der Stille wächst Sensibilität für den anderen.
Der Ramadan erinnert uns an unsere Mitmenschen – ohne Ausgrenzung, sondern mit Offenheit und der Bereitschaft, stets zu helfen. Unsere Verantwortung beginnt bei der Familie und den Verwandten, reicht zu den Nachbarn, zur Gemeinschaft und zur Kommune – und weitet sich immer weiter aus. Für uns als muslimische Religionsgemeinschaft in Deutschland bedeutet das: Spiritualität und gesellschaftliche Verantwortung gehören zusammen. Die Moschee ist ein Raum des Gebets – und zugleich ein Raum, aus dem Hilfe, Hoffnung und Gemeinschaft in die Nachbarschaft ausstrahlen.

Ich habe mich bewusst auch persönlich an der Ausgabe beteiligt und selbst mit verteilt. Dabei habe ich Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft getroffen – junge und ältere, Studierende und Beschäftigte. Wenn man einem Menschen das Essen reicht und in diesem Moment ein ehrliches Lächeln sieht, erinnert das an eine zentrale Lehre unserer Religion: Gutes wirkt – gerade im Verborgenen und im Alltag.
In den Überlieferungen heißt es sinngemäß: Wer einem Fastenden Iftar gibt, erhält einen Lohn wie der Fastende, ohne dass dessen Lohn gemindert wird. Das ist ein starker Antrieb, Barmherzigkeit praktisch werden zu lassen. Und der Qur’an beschreibt die Haltung dahinter: Menschen speisen – nicht aus Erwartung, sondern aus Aufrichtigkeit. Genau diese Aufrichtigkeit haben wir an der Universität gespürt.
Mit dieser Aktion sind wir dieser religiösen Aufforderung konkret nachgekommen – offen, zugewandt und mitten in der Gesellschaft. Mein besonderer Dank gilt der Universität zu Köln, die mit der Möglichkeit im Philosophikum einen verlässlichen Rahmen geschaffen und die Umsetzung konstruktiv begleitet hat. Ebenso danke ich dem MoscheeForum, den Ehrenamtlichen und allen Unterstützenden. Solche Initiativen zeigen, wie muslimisches Gemeindeleben in Deutschland positive Wirkung entfaltet: spirituell verwurzelt und gesellschaftlich zugewandt.“

Dank und Ausblick
Das MoscheeForum dankt allen Unterstützenden, die die Umsetzung der Iftar-Aktion ermöglicht haben – insbesondere den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern der Universität zu Köln, die den Rahmen im Philosophikum konstruktiv begleitet haben.
Die Iftar-Aktion soll künftig als wiederkehrendes Format weiterentwickelt werden: mit einem klaren Fokus auf Qualität, Verlässlichkeit und ein gemeinschaftliches Miteinander, das Menschen zusammenbringt – gerade dort, wo der Alltag am meisten fordert.



