MoscheeForum

KONZEPT

Das MoscheeForum Köln ist die Plattform für den Dialog und das Zusammenwachsen der Kölner Zentralmoschee mit der Stadtgesellschaft von Köln. Hierin nimmt die DITIB als primär religiöser, aber auch sozialer und sozio-kultureller Akteur bestimmte Aufgaben auf kommunaler Ebene, auch auf Landes- und Bundesebene wahr und schöpft dabei aus verschiedensten Erfahrungsquellen. Aufgrund beträchtlicher Erfahrungswerte ist die DITIB / Zentralmoschee Köln gleichzeitig Teil einer Schöpfungskette und damit von städtischer, und darüber hinaus von gesamtgesellschaftlicher Relevanz. Dabei ist insbesondere die Sonderstellung als Schnittstelle zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Teilen  und ihren Bedürfnislagen herauszuheben.

Gesellschaften basieren auf einen gemeinsamen Werte- und Handlungskonsens in den wichtigsten gesellschaftstragenden Systemen. Dies gilt umso mehr für multiethnischen und multireligiösen Gesellschaften.

Insbesondere seitdem Moscheen und ihre Gemeinden zunehmend Opfer von verbal – sogar von tätigen Übergriffen werden, und seitdem die als islamkritische Haltungen in übersteigerter Islamfeindlichkeit ihren Ausdruck finden, ist der Bedarf nach einem toleranten, zuträglichem Miteinander zunehmend im Fokus diverser Arbeiten. Zahlreiche europaweite Studien belegen, dass Entfremdung, Angst und Vorurteilen nur nachhaltig durch gesellschaftlichen und ehrlichen Austausch mit Moscheen und muslimischen Gemeinden begegnet werden kann. Damit ist die individuelle Begegnung genauso wichtig, wie die gesellschaftlich getragene. Denn bestimmte Einstellungen, Werteorientierungen und Handlungsmaximen lassen sich nur schwerlich verordnen. So ist es zwar möglich, Rahmenbedingungen zu schaffen und Verstöße zu ahnden, jedoch werden sie erst zu tragenden, belastbaren Säulen der Gesellschaft, wenn sie über den rechtlichen Status hinaus erlebbar, fassbar und gestaltbar durch und für den Einzelnen werden.

In Bezug auf Integration beispielsweise hat dies verschiedene Dimensionen. Neben der Tatsache, dass Integration auch eine Willkommenskultur braucht, so ist auch -wie der ehemalige NRW-Minister Gutram Schneider sagte- dringend die notwendige Willkommensstruktur dafür zu schaffen.

Der Teilwerdungsprozess als konstruktives Arbeiten mit dem Ziel einer Einswerdung in Vielfalt und in Rücksichtnahme füreinander, setzt ein gegenseitiges Kennen voraus. Teile der Gesamtheit, die marginalisiert werden, sind per se aus diesem Mechanismus ausgeschlossen. Dies geschieht jedoch nicht nur zum Nachteil der marginalisierten Gruppen, sondern ebenfalls zu Lasten der Gemeinschaft. Durch Marginalisierung und fortschreitender gesellschaftlicher Entfremdung verliert das einzelne Individuum der jeweiligen Gruppe, die Gruppe als Gesamtheit, aber auch die Gesamtheit selber an Optionen, Möglichkeiten und Potentialen.

Die Konstruktion des Fremden als marginaler Teil einer Mehrheitsgesellschaft ist letztlich natürlich eine Konstruktion auf beiden Seiten, die durch verschiedene Mechanismen wirkt und vorangetrieben wird. So ist die „Mehrheitsgesellschaft“ eine Reduktion der Komplexität auf einige wenige Faktoren, wie etwa Ethnie, Kultur, Religion oder Sprache. Die Vielfalt und Pluralität allein in der Mehrheitsgesellschaft wird auf einige Faktoren reduziert und in Abgrenzung nach Außen als stringente Maßgaben formuliert. Ebendieser Mechanismus wird dann auf Teile, als nicht zugehörig marginalisiert werden, als scheinbar gesellschaftlich starre Grenzziehung in verschiedenen Sphären des Gesellschaft gesetzt.

Diese Herangehensweisen erschweren somit nachhaltig die Teilwerdung ebenso, wie es etwa bewusste oder unbewusste Tendenzen zum Rückzug tun.

Die konzeptionellen und inhaltlichen Ausrichtungen des MoscheeForums durch einen Verband, der eine muslimische Religionsgemeinschaft ist, erfolgt aus einer Perspektive, die besondere Zugänge zu den verschiedenen Zielgruppen im Rahmen verschiedener Aktivitäten und zielgerichteter Arbeiten ermöglicht. Wenn dies als Querschnittsaufgabe mit entsprechender Vernetzung und Qualifizierung verstanden wird, so ermöglicht dies auch die Sensibilisierung gesellschafts-, bildungs- und erziehungsrelevanter Akteure. Dies geht über die alleinige Erfassung von Bedürfnislagen hinaus. Umfassende gesellschaftliche Öffnungskonzepte als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sollten sich daher aktiv an die Mehrheitsgesellschaft wenden und ihr bedarfsgerechte Angebote unterbreiten.

Das Gesamtlösungskonzept für verschiedene Bedürfnisse an der Zentralmoschee Köln ist die Implementierung des MoscheeForums mit verschieden Angebote für verschiedene Interessentengruppen.

Dienste, die neben interkultureller und interreligiöser Kompetenzvermittlung, öffentliche Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen anbietet, Führungen und Gruppenbetreuung ermöglicht, eine mit themenorientiert wechselnden Teilnehmern einen Gesprächskreis „offene Stadtgesellschaft“ implementiert und all diese Dienste im eigenen Haus betreut.

So gewinnen beispielsweise inhaltliche Angebote zur Qualifizierung der Beschäftigten, der Erwachsenen, Kinder und Jugendlichen, in Kitas, Schulen oder sonstigen Bildungseinrichtungen hinsichtlich einer Förderung aller besondere Bedeutung und ermöglichen gruppengerechte Zugänge in Bezug auf Bedürfnislagen und Begegnung durch diverse Angebotsreihen.

ANGEBOTSFORMATE

Das MoscheeForum bietet neben dem Besucherservice im Bereich Gesellschaft, Religion und Kunst & Kultur folgende Formate an:

  1. Begegnungen
  2. „Gesprächskreis Stadtgesellschaft“
  3. Lesungen
  4. Teeabende/ Kaminsitzungen
  5. Öffentliche Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen (Diskussionsrunden, Podiumsdiskussionen, Tagungen, Konferenzen)
  6. Iftar-Programme – gemeinsames Fastenbrechen
  7. Kooperationsveranstaltungen mit anderen Institutionen
  8. Musikabende
  9. Islamische Kurse für Kölner

TEAM

Direktor                    Murat Şahinarslan – Theologe

Referentinnen         Melike Karaca – Theologin

Aya Deniz – M.A. Illuminatorin der islamischen Kunst

Betül Uçar – 

                                    Ehrenamtliche Moschee-Guides