Am Freitag, 13. Februar 2026, hat das MoscheeForum gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) eine Blutspende-Aktion in den Räumen an der Venloer Straße 160 durchgeführt. Die Blutspende fand von 14:00 bis 18:00 Uhr statt. Insgesamt meldeten sich mehr als 70 Spendeninteressierte; rund 34 Personen konnten schließlich Blut spenden. Besonders erfreulich sind die 30 ErstspenderInnen. Die Aktion war bewusst im Anschluss an das Freitagsgebet organisiert und wurde bereits in den Freitagspredigten der Zentralmoschee Köln angekündigt, um möglichst vielen Menschen eine unkomplizierte Teilnahme zu ermöglichen.
Das MoscheeForum versteht sich seit jeher als Brücke zwischen der muslimischen Gemeinde und der gesamten Stadtgesellschaft. Mit dieser Blutspende-Aktion unterstreicht die Einrichtung ihr Selbstverständnis als verantwortungsbewusster Akteur, der über religiöse Grenzen hinweg handelt und gesellschaftliche Verantwortung aktiv übernimmt.

„Uns war wichtig, die Blutspende so zu planen, dass sie in den Alltag der Menschen passt – gerade am Freitag, wenn viele ohnehin in der Moschee zusammenkommen“, erklärt Murat Şahinarslan, Direktor des MoscheeForums. „Eine Blutspende ist ein Akt der Nächstenliebe, der keine Herkunft und keine Konfession kennt. Sie verbindet Menschen – und sie kann Leben retten.“
Warum diese Blutspende besonders wichtig ist
In Deutschland werden Blutspenden auch deshalb dringend benötigt, weil bei Patientinnen und Patienten mit Migrationsgeschichte passende Blutmerkmale – sogenannte Antigene – häufiger schwer zu finden sind. Für Menschen aus Nordafrika, dem Nahen Osten und dem Mittelmeerraum gibt es insgesamt zu wenige Spenderinnen und Spender, obwohl der Bedarf regelmäßig entsteht. Die Aktion wurde daher gezielt angefragt und bewusst im Anschluss an das Freitagsgebet organisiert.
DITIB-Bundesvorsitzender Ramazan Ilikkan betont die besondere Bedeutung dieser Initiative: „Moscheen sind nicht nur Orte des Gebets, sondern auch Orte gesellschaftlicher Verantwortung. Wenn medizinische Einrichtungen darauf hinweisen, dass bestimmte Blutmerkmale in unserer vielfältigen Gesellschaft schwerer verfügbar sind, dann sehen wir es als unsere Pflicht, diesen Bedarf ernst zu nehmen. Solidarität endet nicht an religiösen oder kulturellen Grenzen.“
Ilikkan verweist zudem auf die ethische Dimension des Engagements: „Hilfe für Menschen in Not ist ein zentraler Auftrag im Islam. Der edle Koran sagt: ‚Wer ein Leben rettet, ist, als hätte er die ganze Menschheit gerettet.‘ (Koran 5:32). Eine Blutspende ist deshalb nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch Ausdruck gelebter Barmherzigkeit und Verantwortung.“

Gemeinschaftliches Engagement im Fokus
In Zeiten, in denen Blutkonserven häufig knapp werden, wollte das MoscheeForum mit dieser Aktion bewusst die Hemmschwelle senken und einen offenen Ort der Begegnung schaffen. Die Blutspende bot nicht nur die Möglichkeit zur Lebensrettung, sondern förderte auch Austausch und gegenseitiges Kennenlernen im Quartier.
Die Teilnahme spiegelte die gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt der Gemeinde und des Stadtteils wider. Neben regelmäßigen Besucherinnen und Besuchern des Freitagsgebets kamen auch Menschen aus der Nachbarschaft und aus anderen Teilen Kölns. Rund 50 % der Freitagsgemeinde sind türkeistämmig, die übrigen 50 % haben unterschiedlichste internationale Hintergründe – eine Vielfalt, die sich auch bei der Blutspende-Aktion als gelebter gesellschaftlicher Zusammenhalt zeigte.
„Gerade diese Vielfalt ist unsere Stärke“, betont Şahinarslan. „Wenn Menschen mit unterschiedlichen Biografien gemeinsam Verantwortung übernehmen, wird gesellschaftlicher Zusammenhalt konkret sichtbar.“
Professionelle Durchführung mit dem DRK
Die Blutspende fand unter fachkundiger Leitung des DRK-Teams statt. Klare Abläufe, medizinische Beratung und Betreuung sorgten für einen sicheren und vertrauensvollen Rahmen. Für eine kleine Stärkung nach der Spende war vor Ort gesorgt.
Kistler Moritz, Gebietsreferent Spendeorganisation beim DRK-Blutspendedienst West, dankte allen Beteiligten: „Blutspenden retten jeden Tag Leben – deshalb gilt mein herzlicher Dank allen Spender*innen für ihre unverzichtbare Solidarität. Gemeinsam mit dem MoscheeForum Köln Ehrenfeld erreichen wir neue Zielgruppen und stärken die Versorgungslage nachhaltig – besonders, indem wir verstärkt seltene Blutgruppen und bislang unterrepräsentierte Spendergruppen ansprechen. Nur durch diese Zusammenarbeit sichern wir langfristig den Bedarf an lebenswichtigen Blutpräparaten.“
„Unser Dank gilt dem DRK für die professionelle Zusammenarbeit sowie allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern“, so Şahinarslan. „Vor allem danken wir allen Spenderinnen und Spendern – jede einzelne Spende ist ein wertvoller Beitrag für unsere Gesellschaft.“

Ausblick
Aufgrund der positiven Resonanz möchte das MoscheeForum auch künftig Formate fördern, die religiöse Werte und gesellschaftliche Verantwortung sichtbar miteinander verbinden.
„Als Teil der Stadtgesellschaft verstehen wir es als unsere Aufgabe, Räume zu schaffen, in denen Menschen sich begegnen und gemeinsam Gutes tun können“, sagt Ilikkan. „Wenn Glaube und Verantwortung zusammenkommen, entsteht Vertrauen – und genau das braucht unsere Gesellschaft.“

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MoscheeForum Köln
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