Tag der offenen Moschee 2026 -TOM

Am Samstag, den 3. Oktober 2026, öffnet die Kölner Zentralmoschee erneut ihre Türen zum bundesweiten Tag der offenen Moschee (TOM). Von 09:00 bis 19:00 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen, die Moschee als Ort des Glaubens, der Begegnung und des gesellschaftlichen Miteinanders kennenzulernen.
Der Tag der offenen Moschee steht 2026 unter dem Motto „Moscheen als Träger der gesellschaftlichen Verfasstheit“. Im Mittelpunkt steht die vielfältige Rolle von Moscheen in unserer Gesellschaft. Sie sind nicht nur Orte des Gebets und der religiösen Gemeinschaft, sondern übernehmen auch Verantwortung in der Bildungs-, Jugend- und Sozialarbeit, fördern Nachbarschaft und ehrenamtliches Engagement und schaffen Räume für Dialog und Begegnung.
Zugleich findet der Tag der offenen Moschee in diesem Jahr im Rahmen der Interkulturellen Woche 2026 statt. Unter dem Motto „DAFÜR!“ setzt die Interkulturelle Woche ein Zeichen für Vielfalt, Demokratie, Menschenwürde und ein solidarisches Miteinander. Beide Themen ergänzen sich auf besondere Weise: Sie machen sichtbar, wie Moscheegemeinden zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen und sich für ein respektvolles Zusammenleben einsetzen.
Der Tag beginnt am Vormittag mit einer Auftaktveranstaltung im Gebetssaal. Vorgesehen sind eine Begrüßung, eine Koranrezitation und Grußworte. Über den gesamten Tag hinweg werden mehrere Moscheeführungen angeboten. Sie geben Einblicke in die Architektur und Symbolik der Kölner Zentralmoschee, vermitteln Grundlagen des islamischen Glaubens und bieten Raum für persönliche Fragen und Gespräche.
Begleitend dazu plant das MoscheeForum ein vielfältiges Rahmenprogramm zum diesjährigen TOM-Thema und zum Motto der Interkulturellen Woche. Geplant sind unter anderem Informations- und Begegnungsangebote, Einblicke in die gesellschaftliche Arbeit von Moscheegemeinden sowie Möglichkeiten, sich aktiv mit der Frage auseinanderzusetzen, wofür wir gemeinsam in unserer vielfältigen Gesellschaft stehen.
Auch das DITIB-Center mit seinen gastronomischen Angeboten und der Buchhandlung lädt zum Verweilen, Kennenlernen und Austausch ein.
Der Tag der offenen Moschee ist eine Einladung an alle Kölnerinnen und Kölner, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Vorurteile abzubauen und die gesellschaftliche Bedeutung von Moscheen aus nächster Nähe kennenzulernen – offen, respektvoll und auf Augenhöhe.
Ort: Kölner Zentralmoschee, Venloer Straße 160, 50823 Köln-Ehrenfeld
Zeit: 09:00–19:00 Uhr
Das detaillierte Tagesprogramm und die Uhrzeiten der einzelnen Angebote werden nach Abschluss der Planungen veröffentlicht.
Moscheen als Träger der gesellschaftlichen Verfasstheit
Unsere Gesellschaft lebt von gemeinsamen Werten und von den Menschen und Institutionen, die diese Werte jeden Tag mit Leben füllen. Freiheit, Menschenwürde, Gleichberechtigung, Verantwortung und Solidarität sind nicht nur Grundsätze des Grundgesetzes; sie werden im Alltag durch Begegnung, Engagement und gelebtes Miteinander sichtbar.
Unter dem Motto „Moscheen als Träger gesellschaftlicher Verfasstheit“ greift der Tag der offenen Moschee 2026 mehrere bedeutende Perspektiven auf: 30 Jahre Tag der offenen Moschee, 77 Jahre Grundgesetz und die gewachsene Rolle muslimischer Gemeinden und Institutionen in Deutschland. Das Motto lädt dazu ein, darüber nachzudenken, wie unsere freiheitliche und plurale Gesellschaft nicht allein durch Gesetze besteht, sondern vor allem durch Menschen, gesellschaftliche Räume und Institutionen, die Verantwortung übernehmen und das Gemeinwohl stärken.
Moscheen sind seit mehr als sechs Jahrzehnten ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland. Sie sind Orte des Gebets und der Spiritualität, aber ebenso Orte der Bildung, Beratung, Jugendarbeit, Nachbarschaft, sozialen Verantwortung und des Dialogs. Hier entstehen Begegnungen, werden Brücken gebaut und Werte wie Respekt, Gerechtigkeit und Verantwortung praktisch gelebt. Der Prophet Muhammad (s) erinnert daran: „Jeder von euch ist ein Verantwortlicher, und jeder von euch wird für das verantwortlich sein, was ihm anvertraut wurde.“
Begegnung ist dabei von besonderer Bedeutung. Wo Menschen einander kennenlernen, weichen Vorurteile persönlichen Erfahrungen. Aus Gesprächen entsteht Vertrauen, aus Vertrauen wächst Beständigkeit, und aus Beständigkeit entwickelt sich gesellschaftlicher Zusammenhalt. Gerade in einer pluralen Demokratie ist dieser Austausch ein unverzichtbarer Beitrag zu einer freiheitlichen Ordnung in Vielfalt.
Auch aus islamischer Sicht sind diese Werte tief verankert. Der Koran erinnert: „Allah gebietet Gerechtigkeit, Güte und Großzügigkeit gegenüber den Angehörigen; und er verbietet
Schändliches, Verwerfliches und Gewalttätigkeit.“ (Sure Nahl, 16:90). Die islamische Tradition betont zugleich den Schutz der Würde des Menschen, Verantwortung für das
Anvertraute sowie die Bedeutung verbindlicher Regeln für ein friedliches Zusammenleben.
Im Zentrum all dessen steht die Würde des Menschen. Im Islam besitzt jeder Mensch eine von Gott verliehene Würde, die unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status gilt. Diese Würde zu achten und zu schützen, gehört zu den grundlegenden ethischen Verpflichtungen des Glaubens und verpflichtet dazu, Gerechtigkeit zu fördern und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Auch das Grundgesetz stellt die Menschenwürde bewusst an den Anfang und erklärt sie für unantastbar. Damit zeigt sich eine gemeinsame Grundlage: die Überzeugung, dass jeder Mensch geachtet, geschützt und in seiner Würde respektiert werden muss.
Der Tag der offenen Moschee möchte zeigen, dass Moscheen Teil dieser tragenden gesellschaftlichen Infrastruktur sind. Sie leisten ihren Beitrag zu einer offenen und demokratischen Gesellschaft nicht nur durch Worte, sondern durch konkrete Arbeit vor Ort: durch Dialog, Bildung, soziale Verantwortung und gelebte Gemeinschaft. Wir laden alle Menschen herzlich ein, Moscheen zu besuchen, Fragen zu stellen und gemeinsam zu entdecken, wie Begegnung und gegenseitiger Respekt unsere Gesellschaft stärken.


