Unser Konzept

Das Konzept des MoscheeForums beschreibt die Leitidee, auf deren Grundlage Dialog, Bildung, Kultur und gesellschaftliche Zusammenarbeit an der Zentralmoschee Köln gestaltet werden. Im Mittelpunkt steht die Brückenfunktion zwischen Gemeindeleben und Stadtgesellschaft.

Konzept

Das MoscheeForum ist die Plattform für Dialog, Bildung, Kultur und gesellschaftliche Zusammenarbeit an der Zentralmoschee Köln. Sein Konzept beruht auf der Grundidee, dass die Zentralmoschee Köln nicht nur religiöser Ort, sondern zugleich Teil der Kölner Stadtgesellschaft ist. Das MoscheeForum schafft dafür die inhaltlichen, strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen. Es baut Brücken zwischen Gemeindeleben und Öffentlichkeit, zwischen religiöser Praxis und gesellschaftlichem Austausch sowie zwischen unterschiedlichen Institutionen, Zielgruppen und Perspektiven.

Im Zentrum steht die Überzeugung, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht abstrakt entsteht, sondern durch konkrete Begegnung, durch gegenseitiges Kennenlernen und durch verlässliche Formen des Austauschs wächst. Gerade in einer pluralen, multiethnischen und multireligiösen Gesellschaft braucht es Orte, an denen Unterschiede nicht als Distanz, sondern als Ausgangspunkt für Verständigung begriffen werden. Das MoscheeForum versteht sich deshalb als verbindendes Element zwischen der Zentralmoschee Köln und der Kölner Stadtgesellschaft. Es schafft Zugänge, fördert Begegnung und trägt dazu bei, dass religiöses Leben, gesellschaftliche Teilhabe und kulturelle Offenheit in Beziehung zueinander treten.

Leitidee des MoscheeForums

Die leitende Idee des MoscheeForums ist es, Teilhabe durch Begegnung zu ermöglichen. Wo Menschen einander nicht kennen, entstehen leichter Distanz, Unsicherheit, Zuschreibungen und Vorurteile. Wo jedoch Räume für ehrlichen Austausch, Bildung und gemeinsame Erfahrungen geschaffen werden, können Vertrauen, Orientierung und gesellschaftliche Anschlussfähigkeit wachsen. Das MoscheeForum reagiert damit auf eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung: Zugehörigkeit, Anerkennung und Zusammenhalt lassen sich nicht allein rechtlich sichern, sondern müssen im Alltag erfahrbar und gestaltbar werden.

Das Konzept des MoscheeForums setzt daher nicht erst bei Konflikten an, sondern bereits bei der Frage, wie eine offene und belastbare Stadtgesellschaft aktiv mitgestaltet werden kann. Es geht darum, Begegnung nicht dem Zufall zu überlassen, sondern sie bewusst zu organisieren, professionell zu begleiten und in nachhaltige Formate zu übersetzen. Auf diese Weise wird die Zentralmoschee Köln zu einem Ort, an dem nicht nur Religion ausgeübt, sondern auch Verständigung ermöglicht wird.

Die Zentralmoschee Köln als Ort der Öffnung

Die Zentralmoschee Köln besitzt in diesem Zusammenhang eine besondere Stellung. Sie ist nicht nur ein sichtbares religiöses Bauwerk, sondern auch ein Ort mit gesellschaftlicher, kultureller und städtischer Bedeutung. Ihre Präsenz im öffentlichen Raum macht sie zu einem wichtigen Bezugspunkt für Fragen von Sichtbarkeit, Zugehörigkeit, Dialog und Teilhabe. Das MoscheeForum greift diese besondere Situation auf und übersetzt sie in ein Öffnungskonzept, das die Zentralmoschee Köln als zugänglichen, verständlichen und kooperationsfähigen Ort in der Stadtgesellschaft verankert.

Dabei versteht sich das MoscheeForum nicht als bloßes Begleitangebot, sondern als strukturgebende Schnittstelle. Es eröffnet den Zugang zu einem Ort, der für viele Menschen zunächst mit Fragen, Unsicherheiten oder symbolischen Zuschreibungen verbunden sein kann, und schafft Formate, in denen daraus konkrete Erfahrung, Begegnung und Verständigung werden. So wird die Zentralmoschee Köln nicht nur architektonisch sichtbar, sondern auch sozial wirksam.

Gesellschaftliche Ausgangslage

Dem Konzept des MoscheeForums liegt die Einsicht zugrunde, dass gesellschaftliche Marginalisierung nie nur einzelne Gruppen betrifft, sondern immer die Gesellschaft als Ganze schwächt. Wo Teile der Bevölkerung nicht als zugehörig wahrgenommen werden oder sich aus unterschiedlichen Gründen aus gemeinsamen Räumen zurückziehen, gehen nicht nur individuelle Möglichkeiten verloren, sondern auch kollektive Potentiale. Teilhabe setzt deshalb voraus, dass Begegnung möglich wird und unterschiedliche Teile der Gesellschaft einander tatsächlich kennenlernen.

Gerade in öffentlichen Debatten über Religion, Integration und gesellschaftliche Zugehörigkeit zeigt sich häufig, wie stark Wahrnehmungen von Distanz, Reduktion und gegenseitiger Vereinfachung geprägt sein können. Komplexe Lebenswirklichkeiten werden dann auf wenige Merkmale verkürzt, etwa Religion, Herkunft, Sprache oder Kultur. Das Konzept des MoscheeForums setzt dieser Verkürzung eine andere Praxis entgegen: Es schafft Räume, in denen Menschen einander nicht als abstrakte Gruppen, sondern in konkreten Begegnungen erleben können. Dadurch wird Differenz nicht aufgehoben, aber verstehbar und bearbeitbar gemacht.

Konzept als gesamtgesellschaftlicher Ansatz

Das MoscheeForum versteht seine Arbeit nicht als isolierte Binnenaufgabe einer Religionsgemeinschaft, sondern als Teil einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Als muslimisch geprägter Akteur bringt es dabei eigene Perspektiven, Erfahrungen und Zugänge ein, die für unterschiedliche Zielgruppen und Fragestellungen von besonderer Bedeutung sein können. Diese besondere Perspektive ermöglicht es, religiöse, soziale und kulturelle Themen aus einer Innenansicht heraus verständlich zu machen und zugleich nach außen anschlussfähig zu übersetzen.

Das Konzept ist daher als Querschnittsansatz angelegt. Es verbindet Dialog, Bildung, Kultur, Begegnung und Kooperation und richtet sich sowohl an die Stadtgesellschaft als auch an Institutionen, Bildungseinrichtungen, öffentliche Stellen, Religionsgemeinschaften, Vereine und zivilgesellschaftliche Akteure. Es geht nicht nur um die Erfassung von Bedürfnissen, sondern um die Entwicklung bedarfsgerechter Formate und tragfähiger Beziehungen. Öffnung wird dabei nicht als einseitige Erwartung verstanden, sondern als gemeinsamer Prozess, der strukturiert, qualifiziert und auf Dauer angelegt sein muss.

Vermittlung, Qualifizierung und Kooperation

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts liegt in seiner Vermittlungsfunktion. Das MoscheeForum übersetzt zwischen Gemeindeleben und Öffentlichkeit, zwischen religiöser Praxis und gesellschaftlicher Wahrnehmung, zwischen institutionellen Anforderungen und konkreten Bedürfnissen vor Ort. Diese Übersetzungsleistung ist zentral, weil sie Missverständnisse abbauen, Zugänge erleichtern und Kooperationen ermöglichen kann.

Gleichzeitig ist das Konzept auf Qualifizierung und Vernetzung angelegt. Durch Bildungs- und Begegnungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen, durch Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen, Hochschulen und weiteren Einrichtungen sowie durch themenbezogene Veranstaltungsformate trägt das MoscheeForum dazu bei, gesellschafts-, bildungs- und integrationsrelevante Akteure zu sensibilisieren und miteinander ins Gespräch zu bringen. Es versteht sich insofern als Plattform, die nicht nur Inhalte anbietet, sondern auch Beziehungen stärkt und Zusammenarbeit fördert.

Bedarfsorientierung und Angebotsvielfalt

Das Konzept des MoscheeForums ist ausdrücklich bedarfsorientiert. Es geht davon aus, dass unterschiedliche Zielgruppen unterschiedliche Zugänge benötigen und dass Offenheit nur dann wirksam wird, wenn sie in passende, verständliche und verlässliche Angebote übersetzt wird. Deshalb ist das MoscheeForum als Gesamtlösungskonzept für verschiedene Bedürfnisse an der Zentralmoschee Köln angelegt. Es bündelt unterschiedliche Angebote für unterschiedliche Interessengruppen und begleitet diese im eigenen Haus mit professioneller Rahmung.

Dazu gehören Formate der interkulturellen und interreligiösen Kompetenzvermittlung ebenso wie öffentliche Veranstaltungen, Veranstaltungsreihen, Führungen, Gruppenbetreuung und Gesprächsformate. Auch inhaltliche Angebote für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie für Kitas, Schulen und sonstige Bildungseinrichtungen gewinnen in diesem Zusammenhang besondere Bedeutung. Sie schaffen gruppengerechte Zugänge, reagieren auf konkrete Bedürfnislagen und fördern Begegnung dort, wo sie gesellschaftlich besonders wirksam werden kann.

Die inhaltlichen Arbeitsfelder

Inhaltlich entfaltet sich dieses Konzept in den drei Bereichen Gesellschaft, Religion sowie Kunst & Kultur. Diese Bereiche bilden gemeinsam die Arbeitsgrundlage des MoscheeForums. Sie sind nicht voneinander isoliert, sondern greifen ineinander und ergänzen sich gegenseitig.

Im Bereich Gesellschaft geht es um Begegnung, Teilhabe, Bildung, Nachbarschaft, Erinnerungskultur, Öffnung und gesellschaftliche Verständigung.
Im Bereich Religion stehen religiöse Bildung, spirituelle Orientierung, theologische Reflexion und interreligiöser Austausch im Mittelpunkt.
Im Bereich Kunst & Kultur werden kreative, ästhetische und kulturelle Zugänge zu Religion, Gesellschaft und Vielfalt eröffnet.

Diese Arbeitsfelder werden auf der Unterseite „Unsere Arbeit“ näher beschrieben. Für das Konzept selbst sind sie vor allem Ausdruck eines Grundverständnisses: Das MoscheeForum will religiöses Leben, gesellschaftliche Offenheit und kulturelle Teilhabe nicht getrennt denken, sondern in einen produktiven Zusammenhang bringen.

Institutionelle Rolle und öffentlicher Mehrwert

Für Kommunen, Institutionen und Kooperationspartner ist das MoscheeForum damit ein verlässlicher Ansprechpartner. Sein Konzept beruht auf klaren Zuständigkeiten, professioneller Begleitung und einer strukturierten Öffnung, die Begegnung planbar und Kooperationen tragfähig macht. Gerade in einer pluralen Stadt wie Köln liegt darin ein besonderer Mehrwert. Das MoscheeForum schafft nicht nur Räume, sondern auch belastbare Strukturen, in denen Dialog, Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung konkret gestaltet werden können.

Der öffentliche Mehrwert des Konzepts liegt somit in seiner doppelten Funktion: Es stärkt einerseits die Zentralmoschee Köln als offenen Ort in der Stadtgesellschaft und bietet andererseits Akteuren aus Bildung, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Religion und Kultur einen anschlussfähigen Rahmen für Begegnung und Kooperation. So wird die Zentralmoschee Köln nicht nur als Ort religiöser Praxis, sondern als Teil einer offenen, lernfähigen und dialogbereiten Stadtgesellschaft erfahrbar.

Schlussgedanke

Das Konzept des MoscheeForums ist auf langfristige Öffnung, professionelle Vermittlung und nachhaltige Zusammenarbeit angelegt. Es versteht gesellschaftliche Verständigung nicht als Nebenprodukt, sondern als Aufgabe, die Struktur, Verlässlichkeit und gemeinsame Gestaltung braucht. In diesem Sinne ist das MoscheeForum Brücke, Plattform und Schnittstelle zugleich: zwischen Zentralmoschee Köln und Kölner Stadtgesellschaft, zwischen religiösem Leben und öffentlichem Raum, zwischen Unterschiedlichkeit und dem gemeinsamen Interesse an einem respektvollen und kooperativen Miteinander.

So leistet das MoscheeForum einen konkreten Beitrag dazu, dass Offenheit, Teilhabe und Verständigung in Köln nicht nur formuliert, sondern praktisch erfahrbar werden.

TEAM

              • Murat Şahinarslan – Direktor
              • Melike Karaca – Referentin Relıgıon
              • Aya Deniz – Referentin Kunst & Kultur
              • Hava Erel-Akıncı – Referentin Moschee-Guide Ausbildung
              • Dalince Kazancı – Referentin MoscheeGuides / Bibliotheksaufsichten
              • Kemalettin Oruç – Referent Bibliothek
              • Ehrenamtliche Moschee-Guides
              • Ehrenamtliche Bibliotheksaufsichten